Ein Schnitt durch die Mitte

Rückblick auf einen ereignisreichen Architekturspaziergang durch das Zentrum Berlins mit Schüler*innen des LK und GK Kunst

Kurz vor Ferienbeginn erwartete die Schüler*innen aus dem Leistungs- und Grundkurs Kunst noch ein unerwartetes Highlight: Auf dem Programm stand ein kompakter Stadtspaziergang mit fachkundigem Guide mitten durch das Zentrum Berlins.

„Gefallen an unserem heutigen Ausflug hat mir vor allem, dass ich so viel über die Geschichte der Gebäude erfahren durfte und auch darüber, was aktuell geplant wird.“

„Mir haben heute auf dem Ausflug besonders die aktuellen Projekte gefallen, weil mir diese davor nicht bekannt waren.“

Unter dem Motto „Ein Schnitt durch die Mitte“ streiften wir zwischen Alex, Nikolaiviertel und Museumsinsel durch Straßen, Gassen, weite Plätze und flanierten am Spreekanal entlang.  Bei einem regelrechten Crash-Kurs zu Berlins Baukultur taten sich an den unterschiedlichsten Orten immer wieder extreme Kontraste auf:
Einblicke und Durchblicke in die Berliner Baugeschichte direkt unter unseren Füßen ergaben sich im Eingangsfoyer des schicken Hotels Capri, in dem man als Besucher*in direkt durch den gläsernen Boden hinunter auf die bei Ausgrabungen freigelegten Fundamente der Stadt im Mittelalter schaut. 
Völlig andere Dimensionen architektonischer Gestaltung eröffnet der leicht futuristisch angehauchte neue U-Bahnhof am Roten Rathaus der Linie 5!

Ganz aktuell und vor allem zukunftsweisend ist auch das „House of One“, vor dessen Baustelle wir kurz Halt machten. Vorerst wartet das architektonisch herausfordernde Gebäude noch auf seine Vollendung. Künftig wird es als erstes und einziges Bauwerk weltweit mit einer Kirche, einer Synagoge und einer Moschee die drei großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam unter einem Dach vereinen!

Sehr spannend zu sehen war auch das Stadtentwicklungsprojekt „Flussbad an der Spree“! Die Idee: Zwischen Fischerinsel und Bode-Museum wird man hier – wenn alles nach Plan läuft –im zuvor gründlich gereinigten Wasser des Spreekanals baden können. Noch ist das Projekt aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Museumsinsel als Teil des UNESCO Kulturerbes heiß umstritten: Zu unterschiedlich sind die Interessen der Erholungssuchenden, die in dem Flussbad eine Aufwertung des Stadtraums sehen, und die Interessen der Verfechter*innen des preußischen Kulturerbes, die sich Badende in musealer Kulisse nur ungern vorstellen wollen.

Auf Kontraste aller Art stießen wir bei unserem interessanten Stadtspaziergang tatsächlich auf Schritt und Tritt: Das beschauliche Nikolaiviertel, das mit seinen gepflasterten engen Straßen und seinem fast dörflichen Charakter den Lärm der Großstadt für einen Moment lang vergessen lässt, liegt nur einen Steinwurf vom Getümmel rund um den Alex entfernt.

„Ich fand die Tour sehr gut, weil ich die Stadt aus architektonischer Sicht kennen lernen konnte. Auch wie sich alles geändert hat, ist mir erst an dem Tag aufgefallen. Ich betrachte die Stadt jetzt mit anderen Augen.“

Wie das erst kürzlich eingeweihte Humboldtforum, das äußerlich als Kopie des Berliner Schlosses entstand, ist auch das Nikolaiviertel nur eine Rekonstruktion des zerstörten ältesten Stadtkerns Berlins. Den Blick zu schärfen dafür, was historisch ist, oder was nur eine Kopie, für Zitate von Baustilen in späterer Zeit (Rotes Rathaus) bis hin zu ihrer Umwandlung in eine moderne, zeitgemäße Architektursprache (James-Simon-Galerie), war auf unserer Tour ebenfalls ein echter Lerngewinn.

Der rote Faden durch alle Stationen unseres Rundgangs durch Berlins Mitte war die Frage, wann und warum wir uns an einem baulich gestalteten Ort wohlfühlen oder eben nicht.  Zur Sprache kamen auch weitere spannende Aspekte wie die Rolle des menschlichen Maßstabs für Architektur und Stadtentwicklung, die Bedeutung von Proportionen und Distanzen im Stadtraum, der Umgang mit Geschichte. Ein Paradebeispiel für den letzten wurde uns durch unseren Guide am Beispiel des Palastes der Republik vor Augen geführt: Hatte doch die einstige Machtzentrale der DDR längst dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses und damit einem Machtsymbol ganz anderer Couleur weichen müssen…

Selbst für diejenigen, die sich mit Berliner Baukultur schon vor der interessanten Führung etwas besser auskannten, war es eine schöne Nachricht, dass es Berlin ohne Spandau womöglich nie gegeben hätte! Was wohl wirklich nur wenige wissen: Berlin entstand vor ca. 800 Jahre praktisch als „Rastplatz“ der durchziehenden Kaufleute und Händler auf halber Strecke zwischen den eigenständigen Städten Spandau und Cölln!

Der Crash-Kurs Baukultur durch Berlins Mitte, finanziert von der Bundestiftung Baukultur und fachlich gestaltet durch die kompetenten Guides von Ticket-B, mit Startpunkt an der gotischen Marienkirche, der ältesten Kirche Berlins, und  krönendem Abschluss an der vor wenigen Jahren fertiggestellten James-Simon-Galerie als „Einfalltor“ zur Museumsinsel, hat uns die Berliner Bauentwicklung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vielseitig und lebendig nahegebracht, wobei gerade der Einblick in geplante Projekte besonders spannend war!

Text: A. Andreae, Fotos: A. Andreae

Besichtigung der Schulbaustelle

Am 21.05.2021 durften wir mit unserem Oberstufenkurs im Rahmen einer Kunstunterrichtsstunde bei Frau Andreae einen genaueren Blick auf das zukünftige Hauptschulgebäude der Heinrich-Böll-Oberschule werfen und die Baustelle in Begleitung des Bauleiters besichtigen. Dabei durften wir das Gebäude nicht nur von außen, sondern unter anderem auch das Büro der Baustelle und das bis dahin höchste Stockwerk (2. Stockwerk) besichtigen.

Zu Beginn der Führung schauten wir uns im Büro der Baustelle um.  Dabei sind uns besonders die an der Wand hängenden Pläne des Bauvorhabens aufgefallen. Kompliziert und bunt sind die Typen von Wänden eingezeichnet und je nach Material unterschiedlich markiert. Auch sind die Stützen eingezeichnet, die der Decke Stabilität verleihen müssen, bis die Wände der Räume dies übernehmen, da sonst die Decke einsinken würde.

Weiter ging es in eine Art von Umkleideraum, wo mittig ein Tisch mit einigen Bauhelmen und Sicherheitswesten in verschiedenen Farben stand, wovon wir uns jeweils eine Weste und einen Helm nehmen durften. Dabei hat jede Farbe eine andere Bedeutung: Weiß tragen beispielsweise Besucher oder Bauleiter und Gelb – die Bauarbeiter.           

Auch durften wir in die zukünftige Aula der Schule. Hier fielen die zuvor angesprochenen Stützen auf.  Hier haben wir gelernt, warum Stahl in den Beton kommt und warum gegossene Formen immer an der Ecke eine Schräge und keinen 90° Winkel haben:
Beim Einguss des Betons wird nämlich Stahl dazugegeben, um dem Beton von innen Halt zu geben. Einfach gesagt, ist der Stahl eine Art von Griff, an dem sich der Beton „festhalten“ kann. Daran können sich jedoch die Ecken nicht „festhalten“, weshalb sie entfernt werden und dadurch entsteht die Schräge.

Am Ende der Besichtigung durften wir dann noch hoch, auf die frisch betonierte 2. Geschossdecke. Zahlreiche Stäbe ragten hier aus dem Boden. Auf diese kommen später die Wände des 2. Geschosses. Beeindruckend war der Kran. Für diesen bezahlt die Baustelle 10.000€ monatlich Miete. Im Hintergrund wurde zudem gerade eine Wandgießform vorbereitet, in die die Arbeiter Stahlstäbe steckten, damit sie später zusammen mit dem Beton sich verbinden.

Text: M. Karjalainen, Fotos: K. Ruge, A. Andreae

Selbstgedrehte Filme zum Thema „Liebesgeschichte“ aus dem Projektunterricht im Team Rot

Die Schüler*innen der Klassen Rot 1, 3 und 4 haben im 2. Halbjahr im Projektunterricht Musik bei Frau Heck, Frau Meyer und Frau Mensah das Thema Musical anhand der „West Side Story“ behandelt. Am Ende sollten die Schüler*innen kreativ werden und einen eigenen 3-minütigen Film zum Thema „Liebesgeschichte“ drehen – eine spannende Herausforderung für die Schüler*innen des Teams Rot:

„Was wir anfangs als große Herausforderung betrachteten, stellte sich nach und nach als ein Projekt im Fach Musik mit großem Spaßfaktor dar. Wir freuen uns sehr, dass es die „flossigen“ Hauptdarsteller unserer kleinen Romanze auf die Homepage der Schule geschafft haben.“

(Leonie Schutz und Kester Milhahn, Rot 3)

Hier nun ein paar der entstandenen Filme – viel Spaß beim Anschauen:

„Water love story“ – ein Kurzfilm von Leonie Schutz und Kester Milhahn, Rot 3
„Erwischt“- ein Kurzfilm von Mia Schüler, Maylin Kuo und Marie Wottka, Rot 3
„Liebesgeschichte von Ela & Julian“- ein Kurzfilm von Elif Varis und Lena Clerc, Rot 4

Text von A. Meyer / Filme von Schüler*innen der Klassen Rot 3 und 4

Lernlücken schließen in den Ferien

Liebe Schüler*innen, liebe Eltern,

wir wünschen erholsame Ferien nach einem herausfordernden Schuljahr!

Durch die lange Zeit des Online-Unterrichts sind bei vielen Schüler*innen Lernlücken entstanden. Um auch in den Ferien die Möglichkeit zu bieten, sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten, möchten wir die folgenden Angebote für die Hauptfächer empfehlen, zu denen wir über die Links weitere Informationen geben:

Englisch: Vokabeln lernen mit Quizlet

Deutsch: Elternbrief Orthografietrainer

Deutsch: Weitere Informationen zum Orthografietrainer

Mathematik: Elternbrief zur Lernplattform „Bettermarks“

Einen herzlichen Glückwunsch an unsere 10er!

Liebe Schüler*innen des Jahrgangs 10, nun ist es geschafft und zehn Jahre Schule liegen hinter Ihnen. Die Heinrich-Böll-Oberschule wünscht Ihnen viel Freude, Gesundheit und alles Gute für die Zukunft!

Außerdem gratulieren wir sehr herzlich unseren drei Jahrgangsbesten zu Ihren hervorragenden Leistungen:

  • Yasmin Düsel, Klasse B4 – Note 1,0
  • Olivia Arnold, Klasse B1 – Note 1,1
  • Linh-Huong Nguyen, Klasse B2 – Note 1,1

Trevor Noahs „Born a Crime“ – Rezensionen von Schüler*innen aus dem WPU-Kurs Englisch 11

Eine Lektüre im Englischunterricht? Das sorgt bei Schüler*innen nicht selten für Augenrollen. Der WPU-Kurs Englisch des 11. Jahrgangs räumt jedoch mit dem verstaubten Image der Schullektüre auf und zeigt anhand von Trevor Noahs Roman „Born a Crime“, dass Lesen nicht nur lehrreich sondern auch richtig unterhaltsam sein kann.

Fotos: WPU-Kurs Englisch, Jg. 11

The novel Born a crime was written by Trevor Noah and published in 2016. In the novel, Noah shares his stories and experiences with growing up as a mixed kid in South Africa. He faced many challenges such as discrimination, feeling left out and even abuse. He tells the stories with light-hearted humour and even though he sometimes talks about very serious topics, he always finds a way to tell a joke and make you laugh. In addition, he is extremely skilled in storytelling and will make you feel as if you are part of whatever moment he is talking about. He invites you to his world and you get to experience many heart-warming, shocking, hilarious, and action-packed memories of his. Overall, I really enjoyed reading this book. I totally recommend it, as it is entertaining and motivates you to think about the topics Trevor Noah addresses.

Melina Wolfram, E2

The novel “Born a Crime” by Trevor Noah published in 2016 deals with Trevor’s childhood in South Africa. Sounds boring? Well, Trevor Noah offers a little something for everyone, be it moments of laughter and love or a rollercoaster of adventures. There are bold mothers throwing themselves out of busses, police chases and questions of race and belonging. Doesn’t that sound exciting? But don’t worry, Noah’s humour makes the book enjoyable and his language is easy to understand. So, the book is the right choice for those who want to improve their English and expand their horizon. That way, it’s like killing two birds with one stone. See, you shouldn’t judge a book only by its cover.

Hussain Setammuhamadalshamre, E3

The novel Born a crime by Trevor Noah, which was published in 2016, is a greatly written book. Trevor Noah writes about his life as a mixed child from South Africa during apartheid and how difficult it was for him to find out what he is and where he belongs. It also helps to understand how racism started in South Africa during Apartheid and has continued till now. I recommend this book to everyone, class or privately, since it is not only funny, but also very educating.

Fezikan Ahmed, E2

Trevor Noah – what a great person he is! He is not only a comedian but also a great author with a marvellous mindset. His novel Born a crime brings light into darkness in terms of humanity. Furthermore, it teaches you the devastating history of South Africa and its brutality when it comes to human dignity. Trevor Noah tells us about his life in the apartheid system of South Africa. Basically, it offers you a great perspective on how he and his family behaved and lived during that time. Trevor Noah is a mixed South African who experienced the system of Apartheid, which is the separation of different races. Mainly, white people in South Africa had privileges whereas black people were treated badly. However, I think that this book combines humour and history. It shows you the sad truth of apartheid and the omnipresence of racism. On the other hand, it is great how Noah confronts this reality with humour and ease. Thereby, Noah makes the reader forget how bad the situation actually is, bringing a little bit of happiness into darkness. If you are in for historic insights and a positive and funny atmosphere, I would highly recommend this novel.

Yad Rushdie, E1

Abitur 2021 – Wir gratulieren allen Absolvent*innen der HBO!

Liebe Abiturient*innen, das diesjährige Abitur war für Sie eine Prüfung in doppelter Hinsicht. So mussten Sie nicht nur fleißig für Ihren Abschluss pauken, sondern dabei auch noch die Herausforderungen des mehrmonatigen Homeschoolings meistern. Wir gratulieren Ihnen daher zum bestandenen Abitur und wünschen Ihnen Gesundheit, Erfolg und Freude auf Ihren weiteren Lebenswegen!

Ganz besonders gratulieren wir auch unseren Jahrgangsbesten zu Ihren hervorragenden Leistungen.

  • Max Reichert – Note 1,5
  • William Hilpert – Note 1,7
  • Isabell Marchard – Note 1,8
  • Dominik Kubath – Note 1,8

Klassenfahrt in pandemischen Zeiten

Langjährige Rot 1-Schüler*innen wissen genau: Alle zwei Jahre machen wir eine Klassenfahrt. Nachdem wir 2019 auf Usedom waren, zieht es uns jetzt ins Ausland: Das perfekte Gegenmittel bei LockdownBlues und Schulschließungen!

… aber wie kommen wir von A nach B in Zeiten geschlossener Grenzen?

Regelmäßig in den Gruppenzeiten rechneten wir alle Schritte der letzten Zeit zusammen, und: Bewegungsmangel schien bei denen, die ihre Schritte verrieten, kein Problem zu sein.

Die ersten etwa 400,000 Schritte brachten uns an den Schönberger Strand in der Nähe von Kiel. Es war zwar noch etwas frisch im März, aber Campen am Strand, Radeln, Surfen, SuP und die Dampfeisenbahn fügten sich zu einem prima Programm für unsere Woche an der Ostsee zusammen. Ein besonderes Highlight war Yoga am Strand: Wegen dem starken Wind fiel zwar einer der beiden Yogis um, aber der andere konnte ihm zum Glück schnell wieder aufhelfen.

Nach der Auswertung der ersten Etappe wurde klar: Die Reise soll weiter in den Osten gehen, bis es nicht mehr weitergeht – gerne immer an der Küste entlang.

So führte uns die nächste Etappe mit 383,785 Schritten ins etwa 230 km entfernte Stralsund: Im Meeresmuseum erfuhren wir, dass ein Walfisch kein Fisch ist, im Komischen Museum konnten wir herzlich lachen, konnten die Altstadt erkunden und uns abschließend mit einem Fischbrötchen stärken, bevor wir etwa 300 km (408,384 Schritte) weiter reisten: Leba/ Polen war unser nächstes Ziel.

Die Freude über die großen Wanderdünen war groß! So feiner weißer Sand! Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein fühlten wir uns fast wie in der Südsee. Aufregend war, besonders für die 7er + 8er, der Besuch im nahen Dinosaurierpark. Das war so aufregend, dass diese beiden Jahrgänge fast verloren gingen in den Weiten der Dinosaurierskulpturen.

Nach ein paar Tagen mit Sand, Wind, Meer und in der Natureinsamkeit war die Sehnsucht nach Stadtleben groß, und so unternahmen wir einen Tagesausflug nach Danzig. Dort war’s toll!

Das Programm war vielfältig:

Es wurden Fahrradtouren Richtung Meer und auf den Spuren der Solidarnosc-Bewegung unternommen (zum Glück waren die Radler*innen mit Flickzeug gegen Platten gewappnet und immer mit Rückenwind bei freundlichem Sonnenschein unterwegs), an Gewinnspielen teilgenommen (leider ohne Gewinn), Straßenbahn gefahren (so eine alte Bahn! Aus dem Fenster gab es tolle Aussichten, auch auf eine alte Kirche (aber wie hieß die bloß???)), nachts das Museum besucht (die Bilder wurden lebendig!) und Silvester gefeiert (aber das war so wie in Berlin).

Die Weiterreise ließ leider ziemlich auf sich warten: Kaliningrad sollte das nächste Ziel sein, aber die Grenzen waren Corona-bedingt geschlossen.

In der Zwischenzeit sammelten sich durch eifrige Schritte 380 km Wegstrecke an.

Aber dann: Endlich! Am 07. Mai überquerten wir den Grenzübergang Mamonovo/ Gronow Richtung Kaliningrad, das 168 km nordöstlich von Danzig liegt. Dank negativer Testergebnisse, gültiger Reisepässe, e-Visum, Migrationskarten, Versicherungsnachweis und einer offiziellen Bescheinigung über die große Wichtigkeit unserer Reise ging das prima.

Kaliningrad? Oder Königsberg? Eine Stadtführung mit einem anschließenden Quiz brachten Klarheit. Wir sind jetzt alle sehr viel schlauer, besonders Samer, der den goldenen Königsberger Klopps am Bande gewonnen hat. Herzlichen Glückwunsch!

So. Alles entdeckt, erfahren und probiert. Einige hatten nach einer Woche genügend Königsberger Kloppse und Königsberger Marzipan für den Rest ihres Lebens schnabuliert.

Die Reise geht weiter, hoffen wir: ca. 260 km haben wir erlaufen und noch nicht ‚verreist‘. Die nächste Etappe war Klaipeda, 140 km von Kaliningrad entfernt. Leider war Litauen bis zum 31.05. im nationalen Lockdown, darum wussten wir lange nicht, wie das wird. Wir hofften auf das Beste!

… Und das Beste geschah: Angetan von den eifrigen Geher*innen öffneten mildtätige Grenzbeamt*innen die Grenzen, und so kamen wir nach Klaipeda in Litauen. Nach dem Kaliningrader Bildungsprogramm zog es einige wie immer sofort mit dem Fahrrad an den Meeresstrand. Doch auch der verwunschene Botanische Garten, der ehemalige Bahnhof und Street Art stießen auf Gegenliebe. Abends beim Essen (die Restaurants boten Corona-bedingt köstliches Essen zum Mitnehmen an) bewunderten wir Fotos, gepflückte Blumen, ungewöhnliche Muscheln und den Sand, der in den Schuhen der Strandausflügler mit in unsere Unterkunft gekommen waren.

Nach einer Woche in Klaipeda haben wir alle alten Gebäude, bunten Graffitis, Gärten und Strände entdeckt und die Reise sollte weiter gehen.

Die große Frage war jedoch: Wohin? Weiter ‚immer gen Osten bis wir auch Asien umrundet haben‘ – oder doch lieber quer durch Europa Richtung Mittelmeer? Die Klasse war unentschieden.

Und so trennten sich unsere Wege zum Ende des Schuljahres und Start der Sommerferien nach beinahe vier Monaten des virtuellen Reisens: Ein Teil folgte dem ursprünglichen Plan ‚immer gen Osten‘ und steuerte erst Riga, dann Tallinn und schließlich St. Petersburg an – der andere Teil brach auf in Richtung Warschau, wo alt-aussehende Gebäude, Theater, Jazz-Konzerte und Straßenkunst auch die Lehrerin anlocken sollten. Die vielen Schritte, die Rot 1 Schüler*innen von Mitte Mai bis Anfang Juni liefen, bringen die beiden Gruppen hoffentlich ohne größere Anstrengung sicher an ihre unterschiedlichen Ziele: Sei es einmal quer durch Europa über die Alpen zum Mittelmeer, oder weiter entlang der Ostsee durch Städte, Dünen, unentdeckte Buchten und über viele Grenzen.

Für diese Reise kamen insgesamt etwa drei Millionen Schritte zusammen. Sie brachten uns an bekannte und unbekannte Orte in Europa. Wir erlebten, wie der Frühling sich in den Sommer verwandelte, hörten unbekannte Sprachen, wurden begleitet von Bernsteinfunden, ließen uns nicht von der Begeisterung für Meer, Wind und Sand abbringen, erfuhren, welche Spuren die Vergangenheit in Häusern, Städtenamen und Grenzverläufen hinterließ und sind sehnsüchtig danach, diese Route einmal ganz analog zu bereisen.

Text und Bilder: Almuth Heck + Rot 1

Baustellenupdate

Unser neues Schulgebäude entsteht in einem rasanten Tempo. Die neuesten Aufnahmen, dieses Mal von oben, zeigen den Baufortschritt. Und wie das Schulgebäude sowie das gesamte Schulgelände künftig aussehen werden, ist an Hand des Baumodells des Gewinner-Architekturbüros, der vorliegenden Simulation und des Geländeplanes vorab zu begutachten.

Text: K. Zimmermann, Fotos: K. Ruge, K. Zimmermann

Musik während der Pandemie

Vor einigen Monaten scrollte ich völlig verwirrt und überflutet von meinen Gedanken durch das Internet und stieß auf folgendes Lied: ,,Auf Augenhöhe – von Antje Schonmaker‘‘
An dieser Stelle wurde ich fündig :

,,Du sagst, ich bin nur halb so groß und halb so laut
Immer nur halb so viel und halb so schlau
Immer nur halb so gut, egal was ich tu‘
Du siehst mich nicht, weil du nur nach unten blickst
Obwohl ich neben dir stehe
Auf Augenhöhe‘‘

Diese Worten haben mich so in den Wahn des Nachdenkens gebracht, dass ich kaum den Gedanken daran loslassen konnte. Über Monate, die gesamte Zeit der Pandemie habe ich mich mit diesem Lied beschäftigt, mal mehr mit Erfolg, mal weniger. Doch heute stehe ich an dem Punkt, an dem ich weiß, wie ich dazu stehe, was ich fühle und was ich aussprechen möchte:
Wer sagt, dass es Augenhöhe gibt?
Was ist Augenhöhe?
Warum neigen Menschen dazu, sich über andere zu stellen?
Warum akzeptieren Menschen andere Menschen nicht so, wie sie sind?
Warum kommt es so oft zu Vergleichen?
Warum soll in der heutigen Gesellschaft der Mann immer noch höher positioniert sein als die Frau?
Leistet die Frau nicht genug, um anerkannt zu werden?
Warum akzeptieren viele männliche Figuren weiterhin, dass man Frauen unterdrückt, aber wenn es um ihre Mutter geht, sieht die Welt wieder ganz anders aus?
Hmm?
Warum nimmt sich ein Mensch das Recht, sich höher zu stellen?
Sollten nicht alle Menschen die selben Chancen haben, sich wenigstens zu beweisen? Sich zu entfalten? Seinen Weg zu gehen?
Abgesehen von der männlichen Rolle, die häufig überschätzt wird, gibt es auch Menschen, die glauben, sie seien von Grund aus besser als die anderen.
Ist das denn so?
Ist die Frau mit 30 Jahren höher positioniert als das Mädchen mit 16?
Nein, nein, definitiv nicht.
Hier sollte es um eine andere Sache gehen, aber nicht die Augenhöhe.
Respekt- ja, das trifft es schon eher. Doch auch dieser sollte auf Gegenseitigkeit beruhen.
Menschen, die älter sind, stehen nicht auf einer höheren Position, nur weil sie mehr Erfahrung haben, sie verdienen nicht mehr ,,Augenhöhe‘‘ !
Denn die, die heute jünger sind, werden die Erfahrungen, die die älteren gemacht haben, eben auch mal machen – nur zu ihrer Zeit.
Sie können all das Wissen noch nicht haben, dieses wird ihnen nicht zugeflogen kommen. Es braucht seine Jahre der Erfahrung.
Das ist der Lauf der Dinge.
Menschen lernen, sie lernen täglich.
Und alle Menschen verdienen Respekt. Klar, kann man sich mit den einen mehr auf Augenhöhe unterhalten als mit den anderen. Aber das ist nur die Unterhaltung.
Nicht der Wert des Menschen!

Text von Laura Szymanik, E1